30 Minuten Kunst

30 Minuten Kunst

Der Podcast über alte und neue Meisterwerke, Künstlerinnen und Künstler

Transkript

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00:00:04:

00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Dreißig Minuten Kunst.

00:00:17: Ich bin Jens Trocher, heute geht es um ein Skelett im Pur-Pomantel.

00:00:22: Um eine Popup-Galerie vor mehr als hundert Jahren und eine nahezu unbekannte Künstlerin.

00:00:30: Und die stellt mir heute Dr.

00:00:32: Birgit Verwebe Kuratorin für Gemälder, eine alte Nationalgalerie in Berlin vor.

00:00:39: Liebe Frau Ferviebe!

00:00:41: Wer ist die Künstlerin?

00:00:43: Hermione von Preuchen ist eine sehr interessante Künstlerin.

00:00:47: Sie stammte aus Adlikumhause und wurde in Darmstadt geboren wo sie auch aufwuchs und hat sich aber schon frühzeitig für Kunst interessiert, was die Eltern auch unterstützt haben.

00:01:00: Und sie durfte mit acht, zehn Jahren an die Kunstschule nach Karlsruhe gehen.

00:01:05: Hat dann ein paar Monate dort bei Hans Gude Unterricht genommen einem nauwegischen Landschaftsmaler.

00:01:10: Aber ich glaube das war ihr zu langweilig Vielversprechenden Historienmaler, der auch berühmt wurde mit Kaiserbildnissen.

00:01:23: Mit sehr repräsentativen Wiesenformaten und diese Malerei hat Hermione von Präuschen sehr geprägt.

00:01:32: Sie hat dann frühzeitig schon begonnen auszustellen.

00:01:37: nach ihrer Ausbildung hat geheiratet, einen Arzt.

00:01:42: Er hat viel gemalt.

00:01:44: da ihr Ehemann sich geweigert hat zu praktizieren musste sie mit ihren Werken und dem Verkauf ihrer Werke die Familie ernähren.

00:01:54: es wurden noch zwei Kinder geboren.

00:01:55: Sie war eine sehr tatkräftige bestens vernetzte sehr gebildete Persönlichkeit, mehrere Sprachen, die sich auf dem Kunstmarkt erfolgreich zu Lebzeiten durchgesetzt hat.

00:02:13: Da fahre ich mal ganz kurz zwischen.

00:02:14: und warum löste dieses Bild mit doch einem Skandal aus?

00:02:22: Was hier in der kleinen aber feinen Kabinettsausstellung in voller Pracht und Größe hängt!

00:02:29: Ja, die Geschichte um das Bild Mons Imperator ist ein Titel, den sie selber vergeben hat.

00:02:36: Ist sehr interessant!

00:02:38: Das Bild zeigt einen Skelett in einem Hermelin-Mantel.

00:02:43: Das Skelett trägt eine eiserne Krone... Sie selbst nennt es glaube ich die ehere Krone der Unerbittlichkeit.

00:02:52: Das Skelet stößt einen Thronsessel oben.

00:02:56: Die Krone eines weltlichen Herrschers fällt zu Boden.

00:03:02: Die Blumen, die Lobbergrenze sind ebenfalls zu Boden gefallen.

00:03:07: und sie hat mit diesem monumentalen Werk in der Höhe über zwei Meter fünfzig ausdrücken wollen wie mächtig der Tod ist Und das war ihr ein wirkliches Anliegen.

00:03:22: Sie hat über Ihr ganzes Leben immer über diese großen Schicksalsfragen nachgedacht.

00:03:30: Liebe, Tod, Glück, Verzicht, Unglück wenn man so will Sehnsucht.

00:03:38: das waren wenn man auch so umfassende monumentale Themen die sie dann in solchen monumentalen Werken ausgedrückt hat eben auch in diesem Bild Morse Imperator.

00:03:51: Und sie wollte eigentlich zwei Bilder malen, hat sie auch gemacht.

00:03:56: Sie hatte dann noch ein Pondon geschaffen zum Tod als Weltenherrscher, hatte sie an Bild gemalt Regina Vite die Königin des Lebens.

00:04:07: also ihr ging es um die gegenüberstellung von der Macht des Todes und der Macht des Lebens, der Kraft des Lebens.

00:04:16: Das wollte sie eigentlich ausdrücken.

00:04:17: Sie hat immer in diesen Gegensätzen auch gedacht Tod als Weltenherrscher mit dem Titel Morse Imperator.

00:04:47: Und damals lebte sie in München, also sie sannte das nach Berlin von München aus und als es dann in Berlin eingetroffen war wurde er es ja begutachtet.

00:04:59: für Akademieausstellung gab es immer Juries.

00:05:01: die haben dann ausgewählt.

00:05:03: Es wurden immer mehr Bilder eingesandt als dann ausgestellt worden.

00:05:06: Also die Jury war vor dem Bild irgendwie schockiert und hatte Angst bekommen vor diesem Bild.

00:05:14: Und die hatten dann Sorge, man könne das Bild missverstehen als eine Anspielung auf den alten neunzigjährigen Kaiser Wilhelm I., und in Voraus einem Gehorsam haben sie das Bild

00:05:27: abgelehnt.".

00:05:29: Die Malerin ist aus allen Wolken gefallen!

00:05:32: Sie hat nicht im Geringsten mit ihrer Darstellung an diesen alten Kaiservin im ersten Gedacht.

00:05:39: Es gibt keinerlei Anspielungen in dieser Darstellung auf die hohen Zollern, Attribute, Wappen nichts dergleichen.

00:05:47: es gibt ein Fantasiewappen und eine französische ganz alte französe Krone.

00:05:52: es gibt wenn überhaupt eher einen franzoischen Hintergrund denn sie hatte mal sich geäußert.

00:05:59: Der Besuch der Katakomben in Paris Und Die Königsgräber an Sandini bei Paris hatten sie zu der Darstellung inspiriert.

00:06:09: Also, als Sie erfuhren, dass die Jury das Bild ablehnt weil darin eine Anspielung auf Kaiser Wilhelm I vermutet wurde war sie völlig überrascht und hat heftigst protestiert ist sofort nach Berlin gereist.

00:06:27: er hat sich vorgestellt, hat Diskussionen angefangen.

00:06:29: man kann auch sagen ist denen unglaublich auf den Geiss gegangen.

00:06:33: Dann hat sich diese Jury rumgeredet, dann haben sie gesagt ja also wenn der Kaiser nichts gegen das Bild hat okay dann stellen wir es aus.

00:06:42: Daraufhin hat sie sofort an diesen Kaiser geschrieben einen ganz langen Brief sehr emotional und stellt das halt dar dass sie den Tod und das Leben gegenüberstellen wollte und dass er ein biblisches Thema ist und nichts mit ihm zu tun habe

00:06:59: usw.,

00:07:00: Gnade-Gnade Ja, und dem Brief sandte sie nach Bad Kastein.

00:07:08: Dort war nämlich der Kaiser auf Kurm.

00:07:10: Und es kommt dann auch eine Antwort zurück, ein Telegramm ... Der Kaiser telegrafiert, lässt telefonieren.

00:07:19: Er habe nichts gegen das Bild.

00:07:21: Daraufhin hat die Jury zurücktelegraphiert.

00:07:24: Sie bleiben bei ihrer Ablehnung.

00:07:26: Das Bild sei der ... unkünstlerische Ausdruck eines schiefen Gedankens, wörtlich zitiert.

00:07:34: Zunächst hatten sie ja noch gesagt das Bild sei gut gemalt aber der Inhalt sei schwierig.

00:07:40: dann sind sie noch einen Schritt weiter gegangen um hinterher überhaupt das Bild Sei schlecht gemalt und das konnte die Hermione von Proschen nicht auf sich sitzen lassen.

00:07:49: Das war wirklich zu viel Und ich kann das voll verstehen.

00:07:53: Sie hat also wirklich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt Und hat dann kühnmutig beschlossen, so jetzt nehme ich das Bild und stelle es selber aus.

00:08:03: Und hatte ein Lokal gemietet in der Leipziger Straße in Berlin und hat es da gezeigt.

00:08:10: Hat es natürlich annunciert.

00:08:11: Sie war immer bestens verbunden mit den Journalisten.

00:08:14: Das war im Grunde auch schon Stadtgespräch ... Denn sie hat ja einen unglaublichen Wind gemacht.

00:08:20: Es wusste dann jeder in dieser Stadt, der sich dafür konzentriert hat.

00:08:27: Und hat es dann auch beworben, sie hatte eine Ahnung in die Zeitung gesetzt und hat auch eine Art Flyer gedruckt.

00:08:35: Also so ein Begleitblatt was dann auslag in dieser Ausstellung.

00:08:40: Es war nur dieses eine Bild zu sehen ja wahrscheinlich raffiniert präsentiert so hinter vorhängen und vielleicht raffinhiert beleutet keine ahnung aber so genau weiß ich das nicht.

00:08:51: und Sie hat Eintritt genommen und das war Nicht wenig.

00:08:55: Fünfzig Pfennig waren damals eine ganze Menge Geld, also etwa wie acht Euro.

00:09:00: heute kann man wo so umrechnen und die Leute sind geströmt und sie hatte dann danach tolle Einnahmen und beschreibt in ihrer Autobiografie dass der Bürgersteig voller abgerissener Eintrittskarten war.

00:09:20: Ja, also was hat das dann gebracht für sie?

00:09:23: Sie hat Berühmtheit erlangt.

00:09:25: Es war sozusagen der Durchbruch letztlich dieser Malerin und es gab auch eine Karikatur in der Presse die sie selber beschrieben hat in ihrer Autobiografie.

00:09:38: Da war wohl der Akademiepräsident Karl Becker zu sehen im Gespräch mit Hermione von Preuschen Und sie sagt zu ihm Und Herr Becker, werden Sie mein nächstes Bild auch wieder ablehnen?

00:09:54: Nein, Madame.

00:09:55: Diesen Gefallen tue ich Ihnen nicht mehr war die Antwort.

00:10:00: Eine wirklich treffende Karikatur auf diesen

00:10:04: Skandal.".

00:10:05: Wie ist denn das Bild in der Berliner Presse dann angekommen?

00:10:08: Wir haben gesagt sie hatte vielfältige Kontakte.

00:10:10: wurde das dann auch positiv besprochen?

00:10:13: dieses Engagement also diese Einmalige Ausstellung an der Akademie vorbei.

00:10:19: Ja, sie hatte eine Menge positiver Reaktionen.

00:10:22: aber es gab natürlich auch Kritiker die das nicht so positiv gesehen haben die eher bei der Jury waren.

00:10:30: man muss sich ja auch vorstellen Die Jury war reinmännlich besetzt.

00:10:36: Und es ging immer um die lebenden Künstler und ihre Rollen, und die waren natürlich auch im Konkurrenzverhältnis zueinander.

00:10:45: Dann kommt da so eine weibliche Künstlerin, die einen grandiosen Auftritt hat im Stadtgespräch wird.

00:10:56: Das gefiel dann wahrscheinlich bestimmten ... Herr'n nicht so gut.

00:11:02: Einige waren eben auch sehr jury treu und haben sich also so dieser Meinung, das könne eine Anspielung auf Kaiser Wilhelm I. sein sozusagen angeschlossen.

00:11:14: aber viele sagen auch es ist grandios und der Inhalt ist völlig berechtigt.

00:11:21: und der Tod der die Welt beherrscht ist ein Gegenstand in der Kunst, der zentrale ist und gut gemalt überzeugend beeindruckend.

00:11:34: Sie haben gerade gesagt er tut dir die Welt beherrscht.

00:11:38: woran erkennt man das wenn man vor diesem Bild steht?

00:11:40: Sie hatten schon einen Detail genannt glaube ich eine französische Krone dass es eigentlich gar nicht den Kaiser treffen konnte sondern es war eben eine Allugerie.

00:11:49: genau sie hat Diese Darstellung als Alligurie verstanden eben auf die Macht des Todes, der das Leben der Menschen die Welt beherrscht.

00:12:01: Und da sieht man in der Darstellung unter anderem auch daran, dass das Killetz einen rechten Fuß auf eine Weltkugel stellt.

00:12:11: Damit ist sozusagen klarer, klarer kann man es nicht ausdrücken, dass der Tod beherrscht die Welt, das Leben den Menschen.

00:12:22: Wie hat sie solche Motive gefunden?

00:12:26: Sie haben gerade gesagt, sie hat Malen gelernt.

00:12:30: Sie kam auch aus einem... wie sagt man heute?

00:12:33: Aus dem adeligen Elternhaus!

00:12:35: Ich kenne keine Adeligen deshalb stolpe ich da grad so ein bisschen drüber.

00:12:39: was ihre Motive angeht und ihrem Mahlstil war sie sehr beeinflusst von Ferdinand Keller.

00:12:47: Das ist ein Historienmaler gewesen, der eine große Rolle gespielt hat im späten Jahrhundert, der gigantisch große Bilder gemalt hat.

00:12:56: Der hieß auch Apotheosenkeller also Kaiser verherrlichende Werke.

00:13:02: die Nationalgalerie besitzt einen Riesenbild von ihm Kaiser Wilhelm der Siegreich, sechs mal sieben Meter.

00:13:10: Das Bild ist gerollt.

00:13:11: Es war aber mal ausgestellt.

00:13:14: in der Ausstellung zu diesem Berg sieht man auch ein Foto von dieser Ausstellung.

00:13:19: ja und dieses pompöse pathetische Die großen Themen, die Frage von Leben und Tod.

00:13:29: Das hat Hermione von Pröschen immer interessiert.

00:13:32: Sie begann natürlich erst mal klein.

00:13:34: Sie hat als Stilllebenmalerin begonnen.

00:13:37: Das waren sehr anständige Werke.

00:13:41: Die hat sie dann relativ rasch ausgestattet mit historischen Gegenständen.

00:13:46: Also mit alten Waffen oder einem ... historischen Helm oder mit alten Küchengeräten, also sie nannte das nachher selber historisches Stillleben.

00:13:59: Also sagen wir auch, dass geschichtliche hat sie interessiert und dann hat sie sich weil sie immer diese ständig diese großen Schicksalsfragen bewegt haben Hat sie sich solchen Themen dann zugewandt?

00:14:18: Eben eine Darstellung des Todes als Beherrscher von allem der Welt und das Menschen.

00:14:25: Das war ihr Ehrgeiz, und wie gesagt wollte sie da als Gegenstück die Kraft des Lebens gegenüberstellen.

00:14:33: Sie hat auch dieses Bild gemalt.

00:14:35: Allerdings wurde es nicht rechtzeitig fertig um es zur Ausstellung nach Berlin zu schicken.

00:14:40: Es folgten weitere ... Riesenformate in einer Reihe symbolistischer Bilder.

00:14:46: Das sind dann Darstellungen vom Sehnsuchsthemen, Vampir-Sehnsucht gibt es einen Titel oder Lebenssphinx oder Leder und der Schwan auch sehr pathetische emotional aufgeladene Werke die diese klassischen Themen des menschlichen Lebens verarbeitet haben.

00:15:10: Das ist so wie im Theater, das hat Shakespeare auch gemacht.

00:15:14: es geht immer um Liebe Tod Macht Sehnsucht Mord also diese ganz großen dauerhaft dass menschliche Leben kennzeichnen Themen und das hat sie interessiert.

00:15:28: Sie hat ihren Namen von Hermine übrigens in Hermione eine Figur aus einem Shakespeare Stück geändert.

00:15:35: Sie haben in der Ausstellung rechts und links Bevor man auf das wirklich fantastische Bild zugeht, noch Abbildungen dieser Bilder die sie gerade beschrieben haben.

00:15:45: Wo sind die Originale?

00:15:46: Also ich kann nur sagen mir ist nicht bekannt dass Werke dieser Reihe symbolistischer Bilder noch erhalten sind mit einer Ausnahme und das ist das Bildmauß-Imperatur.

00:15:57: Wobei ich gelernt habe bei der Vorbereitung, dass sie eine recht fleißige Künstlerin war und sogar eine eigene Ausstellungshalle dann hier in Berlin hatte.

00:16:06: Ja, das ist immer das Problem.

00:16:07: Wir kennen das.

00:16:08: Wir haben uns öfter beschäftigt in den letzten Jahren mit Künstlerinnen und man lernt dabei dass zu Lebzeiten diese Künstlerin anerkannt waren und erfolgreich auch positiv besprochen wurden aber danach das Werk in Vergessenheit gerät weil Museumsdirektoren dann die Werke nicht im Museen aufnehmen.

00:16:35: Also der Blick auf weibliche Künstlerinnen von männlichen Direktoren war eben über eine gewisse Zeit, wie er war.

00:16:45: Eben sehr männlich.

00:16:47: Das hat sich aber sehr geändert.

00:16:48: inzwischen ist das ganz anders und weiblicher Kunst zieht in die Museen ein.

00:16:54: Gott sei Dank muss man sagen denn die Qualität soll ja entscheiden Und nicht das Geschlecht.

00:17:02: Sie haben gerade gesagt dass Bild hat keinen politischen Hintergrund.

00:17:07: Aber die Künstlerin war ja nicht ganz unpolitisch, sie hat sich damals schon für Frauenrechte

00:17:13: eingesetzt.".

00:17:14: Oh ja!

00:17:15: Das hat mich sehr beeindruckt.

00:17:17: Hermione von Pröschen hat eine Rede gehalten auf dem Internationalen Frauenkongress Ende des Jahrhunderts der in Berlin stattfand und eingesetzt für die Gleichberechtigung der Frauen an den offiziellen Kunstakadämien.

00:17:38: Das war ja eine unmögliche Situation, dass bis zehntinzehn die Frauen an dem staatlichen Akademien nicht studieren durften.

00:17:52: Es ist gar nicht mehr vorstellbar heute.

00:17:56: und was hatten sie dann gemacht?

00:17:58: Sie haben Privatunterricht genommen bei denen männlichen Professoren dieser Akademien.

00:18:05: Diese männlichen Professor haben daran unheimlich gut verdient, denn der Unterricht bei denen war viel teurer als es gekostet hätte wenn man offiziell studiert hätte.

00:18:18: Und das legt Hermione von Pröschen in ihrer Rede offen.

00:18:22: Ich finde, da ist beeindruckend.

00:18:23: Sie sagt ja diese männlichen Professoren haben gar kein Interesse daran dass die Frauen offiziell studieren denn sie haben große Einnahmen viel mehr als sie bekommen als Professor an dieser Akademie und können sich davon Willen kaufen.

00:18:39: Das sagt sie wörtlich!

00:18:41: Und sie vertritt dann auch diese Haltung sich nicht ans Geschlecht kehrt.

00:18:50: Das heißt, jeder kann ein Genie sein Mann oder Frau und das sagt sie so beeindruckend ich versuche das mal wiederzugeben dass Genie ist so frei sich nicht an geschlecht zu kehren.

00:19:04: es fliegt in die Seele wem und wie es will Und das ist etwas was ich vollkommen unterschreiben würde.

00:19:12: Nach dem großen Erfolg von Mors Imperator, also dieser Insel-Ausstellung ist sie dann auch nach Berlin gezogen und hat hier gelebt.

00:19:22: Und sogar eine eigene, kann man Galerie sagen gegründet?

00:19:26: Ja das kann man sagen.

00:19:28: Also Hermione von Preuchen hatte ein sehr bewegtes Leben mit vielen Brüchen und Veränderungen.

00:19:35: Sie hat sich von ihrem ersten Mann getrennt Hat sich scheiden lassen, was auch schon wieder ein Skandal war.

00:19:41: Hat an ihren heiß geliebten Dichter Konrad Tellmann geheiratet.

00:19:47: Dann kamen da noch mal zwei Kinder ... Sie hat mit dieser Familie dann mehrere Jahre in Rom gelebt bis zum Tod von Konrad tellmann und das war für sie sehr schmerzhaft.

00:19:58: Danach ist sie nach Berlin gezwungen.

00:20:00: Das war so kurz vor nineteenhundert.

00:20:03: Und dann hat sie ... Ninzehnhundert acht?

00:20:07: in Lichtenrade eine Villa entdeckt, die ihr sehr gefiel und die hat sie sich gekauft.

00:20:13: Das nannte sie dann, so eine klassizistische Villa mit Säulen.

00:20:17: Diese Villa nannte Sie dann Tempio Hermione.

00:20:21: Und neben dem fantastischen Garten hat sie noch als Bauherrin gewirkt und hat eine Ausstellungshalle errichten lassen, indem Sehr umfangreiche Ausstellung ihrer eigenen Werke veranstaltet hat und dazu Feste gefeiert hat, berühmte Feste die auch Stadtgespräch war.

00:20:41: Mondfeste und griechische Feste mit Kostümen.

00:20:45: also so sehr aufwendig und sehr auf Wahrnehmung gerichtet wie sie immer agiert hat.

00:20:52: Sie hat immer verstanden wahrgenommen zu werden statt Gespräch zu sein.

00:20:58: Also das ist ihr geglückt und hat ihr natürlich geholfen bei ihrem Erfolg, auch beim Verkauf ihrer Bilder.

00:21:04: Und auf diesen Verkaufe war sie im Grunde angewiesen.

00:21:08: Aber sie hatte nicht nur eine Galerie!

00:21:10: Sie hat nicht nur gemalt, sondern sie hat auch geschrieben...

00:21:14: Ja das hat sie auch.

00:21:15: Sie war ein sprudelnder Vulkan.

00:21:19: Ein ungeheuer schöpferischer Mensch mit sehr viel Energie ständigem schöpferischen Tun.

00:21:30: Entweder schreiben, dichten oder malen ... Oder was sie auch wahnsinnig interessiert hat war zu reisen.

00:21:38: also wenn sie nicht zu Hause gemalt hat oder geschrieben hat dann er war sie unterwegs.

00:21:43: die hat fast die gesamte welt bereist zum teil auch alleine.

00:21:47: Also wohl fünf weltreisen kann sie vorweisen.

00:21:51: Sie hat in ihren schriften auch ihre Reiseindrücke verarbeitet.

00:21:57: Zum Beispiel hat sie einen Roman geschrieben, der in Japan spielt über die japanischen Folgenmädchen oder indische Impressionen.

00:22:06: Es ist ein so vielfältiges literarisches Werk auch entstanden neben diesen ja großformatigen aber auch kleinformatiken Werken in hoher Zahl.

00:22:19: Ein beeindruckendes Werk hat Hermione von Preuchen geschaffen.

00:22:25: Das Riesenbild in der Ausstellung galt lange Jahre als verschollen.

00:22:29: Wie ist es zu Ihnen gekommen?

00:22:30: Es war bekannt, dass dieses Bild existiert.

00:22:33: Aber man wusste nicht wo es ist und ... In den Jahr-Zwischen wurde aus der Alten Nationalgalerie heraus neu geforscht über Spuren im Internet.

00:22:47: Vor zwanzig Jahren hätte man das so nicht machen können.

00:22:50: inzwischen sehr viel dokumentiert im Netz, auch über Kunsthandelsbewegungen und Aktionen.

00:22:57: Und über eine Auktion in Stuttgart, bei der das Bild angeboten worden war und aber nicht verkauft wurden ist es dann gelungen den heutigen Privatbesitzer ausfindig zu machen von dem wir jetzt dieses Werk ausgelehnt haben.

00:23:16: Wenn ich mich jetzt in dieses wunderbare Werk verliebt habe Und wenn ich dann denke, wo ist denn das nächste Werk?

00:23:23: Wo müsste ich hinfahren und suchen um Bilder von Hermione von Preuschen zu sehen.

00:23:29: Sie können in Halle in der Boritzburg ein sehr schönes Werk von Hermion von Preushen sehen.

00:23:34: Das ist auch ausgestellt.

00:23:37: Das ist so eine Art Stillleben mit dem Titel Traumgott Also Blumen und eine Hermesböste ist darauf dargestellt.

00:23:50: Es gibt ein ganz beeindruckendes Werk in Frankreich, in Metz, an dem Museum einen Riesenbild über drei Meter breit das die in einer Gondel aufgebahnte tote Geliebte von Tizian zeigt In einer der Krachten von Venedig.

00:24:10: Auch ein Bild, das ihm den Tod thematisiert.

00:24:13: Aber zugleich auch stilllebenhafte Elemente hat.

00:24:17: Auch dort sieht man die Blumen natürlich wieder.

00:24:19: so ist.

00:24:20: Gräber sind geschmückt oder Tote mit Blumen geschmackt.

00:24:24: Das ist ein beeindruckendes Bild.

00:24:26: Ich kenne es aber nur von der Abbildung her.

00:24:29: Es gibt einige beeindruckende Werke in Darmstadt an dem Museum.

00:24:35: Denn sie kommt ja aus Darmstad und Darmstatt hat sich um ... seine Künstlerin gekümmert kann man sagen.

00:24:41: Es gibt auch eine Privatsammlung in Darmstadt, die Sammlung Sander, das auch publiziert hat.

00:24:48: Die haben auch ne beeindruckende Sammlung an Werken von Hermione von Preuschen.

00:24:53: Sehr schön!

00:24:53: Aber zunächst sollten sie nach Berlin fahren in die Alte Nationalgalerie und sich bis zum fünften Elften im Jahr zwanzig das Bild Maus Imperator angucken.

00:25:05: Vielen Dank, Frau Dr.

00:25:06: Verwebe.

00:25:07: Vielen Dank fürs Lauschen.

00:25:08: Bis zum nächsten Mal!

Über diesen Podcast

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