30 Minuten Kunst

30 Minuten Kunst

Der Podcast über alte und neue Meisterwerke, Künstlerinnen und Künstler

Transkript

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00:00:04:

00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Dreißig Minuten Kunst.

00:00:16: Ich bin Jens Trocher, heute verabredet mit Christine Bartels am Bauhausarchiv in Berlin.

00:00:24: Sie ist Kuratorin und Leiterin der Sammlung Bildende Kunst und Fotografie.

00:00:29: Liebe Frau Bartels, hallo!

00:00:32: Danke für die Einladung.

00:00:34: Wir sprechen heute über moderne Frauen, über junge Frauen die dem einen oder anderen vielleicht etwas sagen.

00:00:43: Aber ich glaube der breiten Öffentlichkeit gar nicht so bekannt sind nämlich Frauen des Bauhauses die fotografiert haben und eine von ihnen hat ein tolles Foto gemacht.

00:00:55: sie heißt jetzt mal Grittkaline Fischer und es ist das Titelbild ihrer Ausstellung.

00:01:01: Ja genau, also wir haben in Berlin eine Ausstellung im Museum für Fotografie.

00:01:06: Die besteht... gänzlich aus dem Beständen des Bauhauseschiefs Museum für Gestaltung.

00:01:11: Wir haben die weltweit größte Sammlung zum Bauhaus und auch eine der umfangreichsten Sammlungen an Fotografien zum Bau Haus, und in der Ausstellung Neue Frau, Neues Sehen zeigen wir twenty-fünf Bauhausphotografinnen, also Fotografinnen, die am Bauhaus studiert haben aber auch Fotografen, die im Bauhaus gewirkt haben wie z.B.

00:01:33: Lucia Moholy und Isekropius Und der Titel der Ausstellung ist Neue Frau, Neues Sehen.

00:01:41: Ich sage das deswegen weil es so wichtig ist bei diese Personen die sie gerade erwähnt haben, Kritkallen Fischer.

00:01:47: ihr Bild.

00:01:47: was wir in der Ausstellung zeigen ist eigentlich das Bild was den Titel dieser Ausstellungen am prägnantesten zusammenfasst Und zwar handelt es sich um ein Vintage-Print aus Mitte der Zwanzigerjahre von Kritkallenfischer.

00:02:00: Kritkahlenfischer ist eine Bauhäuslerin, die eigentlich als Bildende-Künstlerin ausgebildet wurde und dann Mitte der zwanzig Jahre an das Bauhaus kommt, um dort in der Metallwerkstatt zu studieren.

00:02:12: also sie verlässt die bildende Kunst und geht ins Handwerk ähnlich wie Marianne Brandt übrigens und sie fängt aber auch am Bauhaus an zu fotografieren Und es gibt ein Selbstporträt in der Ausstellung, wo man sie auf dem Boden liegend sieht.

00:02:25: Also diagonal auf dem Boden liegent, auf dem Rücken liegends.

00:02:29: Ihr Kopf ist sozusagen in der rechten unteren Ecke des Bildes.

00:02:32: Sie trägt kurze Haare, ein kurzes Kleid ... In ihrer Hand hält sie eine Zigarette und dieses Bild ist für mich etwas was halt sowohl die neue Frau widerspiegelt als auch das Neue sehen.

00:02:45: Das ist ganz interessant weil die neue frau Idealbild der Frau in der Weimarer Republik, was so natürlich aus dem Bestrebungen der Frauenbewegung im Jahrhundert erwachsen ist.

00:02:56: Und die neue Frau also sie ist selbstbewusst, sie ist unabhängig, sie isst ledig Sie geht arbeiten und sie ist modisch gekleidet.

00:03:04: Sie trägt kurze Kleider oder Hosen und Bubikopf.

00:03:08: das ist so das Typische woran man denkt bei der neuen Frau in den Weimaren Republik und all das verkörpert Kritkallen Fischer hier in diesem Bild eben auch und sie raucht was damals natürlich auch im totale Afron ist gegenüber bürgerliche Moralvorstellungen.

00:03:23: Und das neue Sehen, das ist halt ganz wichtig hier bei diesem Bild also... Das Neue Sehen ist auch ein Begriff aus der Fotografie-Geschichte, aus der Kunstgeschichte und er wurde auch sehr stark geprägt von Laslo Morolinov.

00:03:35: Laslo Moroli-Nosch war Bauhausmeister und Lehrer von Krit Kallenfischer in der Metallwerkstatt.

00:03:41: Das ist vielleicht auch noch ganz interessant zu wissen, und beim neuen Sehen geht es darum dass durch eine neue Art der Darstellung in der Fotografie auch eine neue art des Sehens, eine neueart der Wahrnehmung sozusagen geschult wird evoziert wird.

00:03:55: Und das ist ganz spannend, weil da geht es zum Beispiel auch darum, dass man durch ungewöhnliche Perspektiven.

00:04:00: Durch starke Helldunkelkontraste aber auch durch Verzerrungen und Spiegelungen also auch wirklich durch das Experiment am Bild sozusagen eine neue Wahrnehmung fördert.

00:04:11: Deswegen passt das ganz gut zu dem Bild von Krit Kallen Fischer, weil sie liegt sozusagen hier... Erstens liegt sie auf dem Boden was wirklich keine typische Darstellung in einem Porträt in der Zeit ist und dann nickt sie auch diagonal auf den Boden.

00:04:23: Also ihre Knie sind sozusagen linken oberen Bildecke und rechts unten ist ihr Kopf.

00:04:29: Also kann man auch anschauen, wir haben auch ein Ausstellungstrailer auf unserer Website.

00:04:33: Wer das Bild sich dort anschauen möchte, kann es dort finden.

00:04:36: Genau ich wollte gerade sagen Ich verlinke die Bilder in den Show-Notes Und Sie haben es gerade gesagt Neues sehen neue Frauen.

00:04:46: Eigentlich ist das Bild, wenn man so klassisch betrachtet an dem es ja alles falsch.

00:04:50: Sie steht ja fast auf dem Kopf aber es hat trotzdem eine unglaubliche Faszination und wirkt extrem modern.

00:04:58: Total total!

00:04:59: Das meinte ich... sehr ungewöhnlicher Art der Jarstellung für ein Selbstporträt.

00:05:05: Und das ist vielleicht auch etwas, was ganz spannend ist, dass viele Frauen seit dem neunzehnten Jahrhundert gerade nach Unabhängigkeit streben, nach individueller Freiheit, nach beruflicher Selbstverwirklichung, nach einer Ausbildung und Wahlrecht

00:05:19: etc.,

00:05:19: etc.

00:05:21: Mit der Weimar Republik erscheinen diese Ziele plötzlich erreicht.

00:05:26: also Frauen dürfen endlich wählen gehen sie gehen einen Beruf nach auch viel selbstverständlicher im öffentlichen Raum.

00:05:33: Vorher war so eigentlich nur mit männlicher Begleitung, aber dadurch dass ja Frauen jetzt zur Arbeit gehen müssen und zurück sind sie auch viel präsenter im öffentlichem Raum.

00:05:41: und all diese Freiheiten die Frauen plötzlich haben in der Großstadt.

00:05:46: Das führt natürlich auch zu einem neuen Selbstbewusstsein.

00:05:49: und dieses neue Selbstbewusstein, da suchen auch viele unserer Bauhausfotografen nach einem visuellen Ausdruck dieses Selbstbewustseins.

00:05:56: Und ich finde das kommt hier im Selbstporträt von Krittkarlin Fischer ganz gut zum Ausdruck.

00:06:00: Natürlich haben wir noch andere Selbstporträten der Ausstellung.

00:06:03: Da sieht man auch dass viele der Porträts noch eigentlich in so einer bürgerlichen Portraitkultur des Neunzehn Jahrhunderts verwochtigt sind.

00:06:10: Es ist dann eine Mischung aus alt und neu.

00:06:12: tatsächlich Man sieht den Übergang die Kleide ist schon modern, die Frisur ist schon Modern.

00:06:17: Aber trotzdem sitzt man schick elegant im Halbporträt vor einem Textil hintergrund.

00:06:22: also das hat man auch.

00:06:25: Also es gibt natürlich jetzt nicht nur diese super experimentelle Art der Darstellung wie bei Kritkallen Fischer aber ich glaube was alle diese Selbstportreys eint ist zumindest die Suche nach einem neuen Ausdruck dieses neuen weiblichen Selbstverständnisses.

00:06:41: Ist sie dann bei der Fotografie geblieben?

00:06:43: Sie wurde in der Metallwerkstatt ausgebildet, fängt nebenher an zu fotografieren.

00:06:49: Interessanterweise spezialisiert sich dann eher wieder auf die bildende Kunst tatsächlich.

00:06:56: Also sie beziehungsweise auf Reklame-Typografie.

00:06:59: Es gibt eine tolle Arbeit von ihr, eine fotografische Arbeit, die auch in der Zeitschrittgebrauchskraftik abgebilded wird und sie ist auch einer der wenigen Frauen, die Anfang der Dreißiger in einer der großen New Yorker Ausstellungen zur Reklamatik Fotografie zu sehen ist.

00:07:15: Also hat dann auch eine ganz spannende Biographie, verlässt auch Deutschland dann im Nationalsozialismus und genau nach forty-fünfzig wird mit sie sich vereinigen wieder der Skulptur.

00:07:27: also sie kommt aus der bildenden Kunst und geht auch wieder zurück zur Bildenden Kunst verlässt aber die Fotografi.

00:07:33: das ist sowieso etwas was viele unsere Frauen Bauhausfotografen gemeinsam haben.

00:07:38: wir haben in der Ausstellung Frauen, die halt unterschiedlich zur Fotografie gekommen sind.

00:07:42: Wir haben die bildenden Künstlerinnen, die zeitweise auch mit der Fotografierexperimentieren also wir haben Kritt-Karlin Fischer als ehemals bildende Künstlerin Marianne Brandt kommt ja auch aus der bildenden Kunst fängt an zu fotografieren ist halt auch er für ihre Arbeit als Metalldesignerin bekannt.

00:08:00: wir haben Florence Henri, die eigentlich auch aus dem Malerei kommt und dann in den zwanziger Jahren anfängt zu fotografiern.

00:08:06: Also diese Frauen, wie sozusagen für sie ist die Fotografier Experimentier-Medium und sie kommen aus der Bildernkunst.

00:08:12: Dann haben wir Frauen, die am Bauhaus anfangen zu fotografieren aber die Fotografie eher als ein Mittel des individuellen Ausdrucks nutzen beziehungsweise auch der Dokumentation der Erinnerung.

00:08:24: also Gertrud Ahn zum Beispiel fängt an dann am Bauhaus vermehrt zu fotografiern wobei Gertrud Ahn tatsächlich eine Ausbildung hat aber sie hatte eigentlich mit Architektur Fotografi angefangen und fängt dann aber am Bau Haus an das Bauhaus, die Menschen im Bauhaus usw.. zu dokumentieren, hört dann aber nach dem Bauhaus damit auf.

00:08:43: Oder wir haben Lotte Kollein eigentlich Architektin oder Lotte Stammbese auch Architekten die halt nur am Bauhaus fotografieren und danach den Bauhaus da mit aufhören.

00:08:54: Und dann haben wir natürlich aber auch Fotografen in der Ausstellung, die sich am Bau Haus direkt zur Fotografin ausbilden lassen und dann Berufsfotografinnen werden und dort vor allen Dingen in der Portrait- und Werbefotografie arbeiten, aber auch für den Fotogenalismus.

00:09:10: Und das ist ganz interessant weil natürlich viele dieser Frauen müssen Deutschland verlassen im Nationalsozialismus.

00:09:15: es liegt daran dass sie halt entweder einen jüdischen Hintergrund haben Jüdinnen sind oder hat sich auch linkspolitisch engagieren und müssen ihr Hab und Gut zurücklassen ihre negative Equipment zurück lassen.

00:09:27: Das ist natürlich der erste Bruch in ihrer künstlerischen Karriere.

00:09:35: dann immer mehr Frauen als Fotografen aus ihren Berufen verdrängt werden.

00:09:39: Deswegen ist es so, dass ganz viele Frauen in unserer Ausstellung spätestens in den fünftig- oder sechziger Jahren die Fotografie wieder skippen.

00:09:48: Also viele hören dann auf mit der Fotografier.

00:09:49: Es gibt nur wenige Bauhausfotografinnen wie zum Beispiel Greta Stern, die bis ins Hohealter fotografieren – oder Irene Blühau war auch eine, die ein bisschen hoher Alter fotografiert hat.

00:10:01: Eine Frau, die ich persönlich oder deren Namen.

00:10:04: Ich kannte natürlich nicht persönlich aber die mir zumindest schon was sagt ist Lucia Moholy oder wie sie sagen glaube ich Lucia moholy.

00:10:13: Ja ich weiß auch noch nicht wer von uns recht hat Aber

00:10:18: ich glaube das werden wir auch in dieser podcast folge nicht mehr erklären.

00:10:22: auf jeden Fall hat sich ganz tolle Bilder gemacht und ich glaube Sie hat mit geholfen dass das Bauhaus zu einer Ikone wurde richtig?

00:10:30: Total,

00:10:30: total.

00:10:31: Also unser Bild vom Bauhaus ist eigentlich maßgeblich durch die Fotografie von Lucia Moholy geprägt und Lucia is auch eine der wichtigsten Figuren wenn man über Fotographie am Bauhaus spricht.

00:10:42: also ganz viele Leute sprechen ja immer gerne von der Bauhausfotografie.

00:10:46: Die Bauhaus-Fotografien gibt es in dem Sinne nicht Weil man sieht, es sind ganz unterschiedliche Themen und unterschiedliche Herangehensweise.

00:10:53: Mal im Stil des neuen Sehns, mal im Stiel der neuen Sachlichkeit.

00:10:58: Wenn man unbedingt den Begriff Bauhausfotografie verwenden wollen würde dann würde ich das alleine gelten lassen für die Fotografie von Lucia Moholy, die das Bauhaus fotografiert hat Die Fotografin des Bauhauses schlechthin.

00:11:10: Und zwar fängt sie schon in der Jahr neunzehnteigundzwanzig, kommt sich zusammen mit Lassler und Moly noch dem eben erwähnten Bauhausmeister, der die Metallwerkstatt leitet nach Weimar und lässt sich dort in Weimar als Fotografin ausbilden.

00:11:23: Und sie fängt auch XXIII schon an, die Produkte und Menschen des Bauhauses zu fotografieren.

00:11:28: Das ist halt ganz spannend, weil Sie ja eigentlich bis zum Weggang des Ehepaares, neunzehnhundertachtundzwanzig, halt eigentlich die Dokumentaristin des Bauhauses sind.

00:11:37: Ihre Bilder sind wirklich überall präsent also es werden Postkarten hergestellt.

00:11:41: Gerade die Bilder vom Bauhausgebäude gehen auch international um die Welt, Eigentlich sind ihre Arbeiten mit der Grund, warum das Bauhaus als auch nach nachfünfundvierzig sozusagen so bekannt geworden ist.

00:11:55: Weil man muss ja auch davon ausgeben wir haben einen zweiten Weltkrieg dazwischen Wir haben den Genozid dazWischen also es ist einfach sehr viel verloren gegangen.

00:12:04: viele Menschen mussten fliehen Viele Menschen haben ihr Habungen gut verloren und diese Fotografien von Lucia Moroli sind eigentlich das was als Zeugnis auf jeden Fall übrig geblieben ist und haben deswegen natürlich einen wahnsinnig hohen Stellenwert, aber auch schon in den zwanziger Jahren gehabt.

00:12:18: Also wie gesagt dadurch dass sie auch die Produkte aus dem Werkstätten fotografiert hat.

00:12:22: Und in den letzten Jahrzehnten wird natürlich immer Laslo Moli Noch erwähnt.

00:12:26: Er kommt als Leiter der Metallwerkstatt ans Bauhaus, aber ist eigentlich Künstler und Fotograf.

00:12:32: Und er hat natürlich auch viele Studierende dazu inspiriert zu fotografieren.

00:12:38: Er wird immer erwähnt genauso weiter Peter Hans, der dann neunzehnteinundzwanzig Leiter in der Foto-Klasse wird.

00:12:46: meiner Meinung nach und dann bin ich mir ziemlich sicher, dass ich auch richtig liege ist halt Lucia Moroli genauso wichtig.

00:12:51: Weil sie ist die Frau, die halt ab dreiundzwanzig das Bauhaus fotografiert, deren Bilder omnipräsent ist und die natürlich dann auch gerade für die vielen Frauen, die am Bauhaus Fotografie studieren ein absolutes Bowlmodel ist und ein Vorbild ist.

00:13:05: Und das muss man halt sich immer wieder vergegenwärtigen und diese Rolle betonen, dass auch Lucia Muroli in wahnsinnig großen Einfluss auf die Studierenden hatte.

00:13:14: Gerade Ihre Ansichten vom Bauhaus finde ich extrem gelungen auch.

00:13:19: Ich wiederhole mich da wahrscheinlich mehrfach sehr modern, was ist für Sie das Besondere gerade an diesen Ansichten eines Glasstahlgebäudes in Dessau?

00:13:30: Also Lucia Muruli ist eigentlich die moderne Architekturfotografe.

00:13:34: Also Architektorfotografie gibt es ja auch seit ungefähr Mitte des neunzehnten Jahrhunderts hatte aber ein anderes Anliegen.

00:13:41: Da ging es eher um die Fotografie als Mitte der Dokumentation, da wurde das Haus fotografiert

00:13:46: fertig.".

00:13:47: Das ändert sich dann aber Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, also auch gerade durch den Werkbund.

00:13:52: Und da gibt es einfach neue Anforderungen an die Architekturfotografie und zwar geht das jetzt darum dass nicht nur einfach das Gebäude dokumentiert wird sondern dass der Fotograf – die Fotografen in der Lage sein muss – das Wesen des Gebäudes zu erfassen und halt auch seine Modernität zu erfassern.

00:14:08: Und das setzt natürlich voraus, dass sich die FotografInnen mit der Architek-Tour auseinandersetzen oder der Architektin halt auseinandersetzen.

00:14:20: Und Lucia Muli ist in dem Sinne wirklich eine der ersten modernen Architektor-Fotografen, die genau dieses Anliegen sozusagen ins Bild umsetzt.

00:14:29: Also das Bauhausgebäude in Dessau, im Jahr neunzehn, zwanzig, sechsundzwanzig erbaut, ist ja eine Ikone des neuen Bauns.

00:14:37: Wir haben diese geschossübergreifende Glasfassade, die wahnsinnig modern ist.

00:14:43: Wir haben die verschiedenen Gebäudeteile, die je nach Funktionalität aufgeteilt sind.

00:14:47: Also wir haben die weißen Wände und das Flachdach – also alles Assoziationen, die man mit dem modernen Bauen und dem neuen Bauern verbindet Und sie dokumentiert in ihrer oder sie fotografiert sozusagen dieses Gebäude Und dabei gelingt es eher halt all diese Prinzipien des modernen Bounds, das neuen Bound sozusagen im Bild zusammenzufasten.

00:15:10: Also sie hat ja nicht nur von einer Seite das Gebäude fotografiert – es gibt auch ganz viele Durchsichten wo man die Verbindungsgänge sieht und wirklich die Glasfassade noch mal in Szene gesetzt wird, wo man auch wirklich die moderne Bauweise sieht.

00:15:23: Und wie gesagt ihre Fotografie ist ja auch weltweit publiziert worden.

00:15:29: Das Gebäud wurde ja auch damals in den zwanzig Jahren schon überall besprochen Als ein modernes Gebäude, als das neue Bauhausgebäude die Schule für das Bauhaus sozusagen.

00:15:39: Und was die Leute kannten, die eben nicht nach Dessau gereist sind war halt diese Fotografie und das finde ich ganz spannend.

00:15:46: Also eher die Rezeptionsgeschichte ist das, was ich ganz toll finde und dass man natürlich gerade wenn man jetzt vielleicht nicht Architekturexpertin ist, durch die Fotografies von Lucia Moholy auch versteht, was an diesem Gebäud so großartig ist.

00:16:02: Also man lernt durch ihre Fotografie auch das Gebäude neu zu sehen.

00:16:07: Das ist auch etwas, was mir so ergangen ist – ich kenne das Bauhausgebäude natürlich auch aus Dessau und schon aus Kindheitstagen sozusagen – aber diese Art Architektur wahrzunehmen, dass es auch etwas was man vielleicht erst lernen muss, was man nicht automatisch intuitiv kann, wenn man sich vielleicht über manche Sachen einfach keine Gedanken macht!

00:16:27: Durchsichten, Spiegelungen, Transparenzen, Materialkontraste.

00:16:31: All das ist vielleicht wenn man jetzt als Laie durch die Straßen geht etwas rauf man halt erstmal den Blick lenken muss.

00:16:38: Man muss so ein... Das sehen erst mal lernen und ich finde durch ihre Fotografie gelingt es eigentlich ganz gut weil wenn man dann versucht sich genauso zu stellen wie sie fotografiert hat um gewisse Blick Winkel sozusagen zu verstehen, dann versteht man auch die Neuartigkeit und Großartigkeit dieses Gebäudes.

00:16:54: Sie haben es gerade ganz wunderbar formuliert und zwar das Sehenlernen und das gelingt mit diesen Bildern auf ja auf ganz wunderbare Weise.

00:17:03: interessanterweise steht dann immer meistens nur Bauhaus Walter Gropius irgendwie drunter und man hat ihren Namen in Anführungsstrichen vergessen.

00:17:13: Was sie aber auch hat, sie hat so ganz tolle Porträts gemacht.

00:17:17: Eins von Clara Zetkin das hat mich irgendwie sehr berührt.

00:17:21: Da muss man nochmal kurz ausholen.

00:17:23: In den zwanziger Jahren wurde tatsächlich auch immer ihr Name genannt unter ihren Fotografien, da stand schon auch immer Lucia Moholy in dem Bauhaus Publikation.

00:17:30: Das Ding war dass sie dann aber aus Deutschland fliehen musste und dort nach England gegangen ist und ihre originale negative zurücklassen musste also bei ihrem Ehemann Ex-Mann Lassler Moholly noch damals Und die sind dann im Laufe der Zeit, waren sowohl bei Laslo Moroli-Nosch als auch bei Walter Gropius und die haben ab den Ende der dreißig Jahren angefangen sozusagen diese Motive zu publizieren ohne Lucias Namen zu nennen.

00:17:56: Auch ein Schicksal was sie mit vielen Frauen teilt.

00:17:58: also gerade bei Partnerschaften ist es ganz oft so dass dann Gerade dann ab den vierziger, fünfziger Jahren zum Beispiel Gemeinschaftsarbeiten nur noch unter dem Namen des Mannes publiziert werden.

00:18:08: Was sehr ärgerlich ist und traurig ist und wo ganz viel wieder aufgeholt und revidiert werden muss.

00:18:15: also das ist auch bei uns in der Ablage im Archiv aufgefallen dass zum Beispiel gemeinschaftsarbeiten von Toni von Haken schrammen und Eberhardt schramm.

00:18:24: die lagen aber automatisch halt in den Kästen zu Eberhardt-Schraben und nicht zu Toni von Haken-Schrammen.

00:18:30: Und das ist natürlich auch etwas, wo man in der Rezeption – wenn man darüber forscht – auch noch mal schauen muss oder genauso in der Zusammenarbeit von Lilly Reich und Mies van der Rohe.

00:18:39: Das hat ganz vielen Werke einfach nur unter dem Namen Ludwig Mies Van der Roe gelabelt werden, obwohl Lilly Reich da genau so viel Anteil dran hatte.

00:18:46: Also es ist noch viel Arbeit zu tun!

00:18:49: Aber ich weiche ein bisschen ab.

00:18:50: Lucia Moroli musste Deutschland verlassen, musste aus Deutschland fliehen und war ja auch sehr engagiert, linkspolitisch engagiert zu der Zeit und ist dann nach England und hat es geschafft sich in England als Porträtfotografin zu etablieren.

00:19:05: Sie hat schon am Bauhaus ganz tolle Porträts gemacht von den Bauhausemeistern aber auch von vielen Bauhäuslerinnen die ganz sprechend sind, die wir auch in der Ausstellung zeigen.

00:19:15: Und in London hat sie dann aber angefangen sozusagen da die Kulturelite und politische Elite zu fotografieren.

00:19:22: Also tolle Porträts und eine Fotografin bzw.

00:19:27: eine Künstlerin ist Mariane Brandt, die kannte ich zum Beispiel leider gar nicht.

00:19:33: aber umso schöner ist es dass sie in der Ausstellung sich mit ihr beschäftigt haben und sie hat auch so eine tolle Breite ihres Werkes.

00:19:41: Sie ist ja nicht nur Fotografin sondern sie ist auch Gestalterin und hat ja auch ganz praktische Sachen gemacht.

00:19:47: und was auffällt da komme ich natürlich zu einer Genialen Überleitung ist ein Porträt, und zwar ein Selbstporträt mit ihr.

00:19:55: Ein völlig verrücktes Ding!

00:19:58: Also ich glaube, Marianne Brandt ist mit die bekannteste Bauhäuslerin bzw.

00:20:03: die Produkte von ihr sind sehr bekannt.

00:20:05: also das berühmte Tee-Extraktkännchen aus der Metallwerkstatt ist zum Beispiel von ihr aber auch die ganz viele Leuchten aus dem Bauhaus sind von ihr gestaltet.

00:20:14: also sie hat sich halt vor allen Dingen als Metalldesignerin hervorgetan und es bekannt geworden.

00:20:19: Aber ich habe es vorhin schon erwähnt Sie kommt eigentlich aus der bildenden Kunst eigentlich Malerin und lässt aber die Malerei hinter sich zumindest in in den zwanzigertreißiger Jahren und fängt an zu fotografieren.

00:20:32: Und was ganz interessant ist, also wahrscheinlich auch fängt sie auch an zu photographieren durch den Einfluss von Lassler-Moholynosh der ja ihre Lehre in der Metallwerkstatt ist und das Porträt von dem Sie sprechen Ungewohntes Bild, wo sie sich sozusagen in Metallkugeln fotografiert.

00:20:51: Und das Bild wirkt dadurch fast schon surrealistisch abstrakt letztendlich.

00:20:57: Also mit den Metallkuggeln war sowieso ein ganz beliebtes Motiv am Bauhaus oder auch schon vorher in der Fotografie dieses Sich-In-Einer-Kugel-Fotografieren, wodurch dann so eine Verzerrung passiert ... Der Körper ist dann sozusagen verformt.

00:21:12: Es ist nicht das tatsächliche Selbstwas abgebildet.

00:21:15: Und diese Spielereien mit Wahrnehmung und Sehgewohnheiten ist natürlich etwas, was am Bau sehr interessiert hat.

00:21:21: Sie war auf dem Bild von dem ich spreche, fotografiert sie sich sozusagen... in diesen Metallkugeln, man sieht im Hintergrund auch ihr Atelier was ganz Schönes.

00:21:30: und es sind glaube ich drei Metallkuggeln die wiederum sich auch ineinander spiegeln weswegen das Bild so ein bisschen fragmentierter erscheint.

00:21:38: Und dass ist halt natürlich auch.

00:21:39: also das meine ich auch mit diesem Fotografie als künstlerisches Experiment dieses was auch im neuen Sehen wahnsinnig wichtig ist.

00:21:46: und genau Kripp Kallin Fischer und Marianne Brandt sind definitiv dem Stil des neuen Sehens sozusagen in ihrer Fotografi.

00:21:56: also man sieht sie eigentlich auch hier, auch ganz ungewöhnliche Perspektive.

00:22:00: Also wir haben links eine große Metallkugel und rechts zwei kleinere Metallkuchen und sie steht sozusagen über diesen Kugeln fotografiert sich sozusagen von unten nach oben.

00:22:12: Also auch eine ganz ungewohnte Froschperspektive, in dem Sinne dann gespiegelt in diesen Kugeln.

00:22:18: Also ein ganz grandioses Bild verweist halt hier nicht nur auf das Experiment sozusagen.

00:22:25: Das Spiel mit Seegewohnheiten sondern die Metallkugel verweißt ja gleichzeitig auf die Mitteilwerkstatt.

00:22:31: Gleichzeitig ist es auch ein beliebtes Motiv weil es gab diese tollen Kostümfeste am Bauhaus und das bekannteste Fest war das metallische Fest und das wurde natürlich auch genutzt, dass diese Leute sich da drin fotografieren.

00:23:03: Und was hier natürlich auch ganz schön ist, dadurch dass es ja eine Fotografie in diesen Kugeln ist.

00:23:08: Sieht man auch die Kamera selbst.

00:23:10: also hier wird sozusagen auch Marianne Brandt als Fotograferin wird sozusagen in diesem Bild dann thematisiert.

00:23:17: Also das ist auch ein ganz tolles Selbstporträt auch in unserer Ausstellung zu sehen.

00:23:21: Sehr schön!

00:23:22: Sie haben wieder ne Bildungslücke bei mir geschlossen.

00:23:24: ich wäre bei meiner nächsten Lampel darauf achten, ob es vielleicht eine Marianne Brandler bis sein könnte.

00:23:31: Das wäre toll.

00:23:34: Aber wahrscheinlich muss ich dafür noch ein bisschen sparen.

00:23:36: Definitiv!

00:23:37: Wir wollen über eine Künstlerin sprechen und da habe ich gleiche eine Frage zu Ethel Mittagfodor.

00:23:44: Haben alle diese Künstlerinnen und auch sie das Fotografieren am Bauhaus gelernt?

00:23:51: Wissen Sie das oder konnten die das schon vorher nur ihr Sehen verändert, modernisiert.

00:23:59: Also es gibt ganz unterschiedliche Zugänge.

00:24:01: also wir haben Marianne Brand zum Beispiel hat sich das Fotografieren selber beigebracht, wahrscheinlich bei Einfluss von Lassler und Moholy noch.

00:24:09: Genauso wie Kritkallenfischer oder vielleicht auch... Wer weiß?

00:24:13: Vielleicht hatten die sogar Stunden bei Lucia Moholly!

00:24:15: Das würde mich gar nicht wundern wenn man sich da vielleicht auch Tipps holt.

00:24:19: Also man weiß zumindest Florence Henri war sowohl von Laslo als auch von Lucia moholy selbst beeinflusst.

00:24:25: Dann gibt es Wenige Persönlichkeiten, die ins Bauhaus kommen und schon fotografieren können.

00:24:30: Zum Beispiel Gertrud Arndt betont das immer wieder, dass sie ja eigentlich schon längst fotografieren kann.

00:24:35: Sie fängt an mit der Architektur-Fotografie kommt dann ans Bauhaus und fängt halt auch dort am Bauhaus zu fotografieren.

00:24:42: Und dann gibt es aber halt ab neunundundzwanzig die Studierenden im Bauhaus, die wirklich die Fotografie am Bauhause erlernen.

00:24:49: also es gibt ganz unterschiedliche Zugänge letztendlich.

00:24:55: Genau, Ethel Mittagfutter ist eine der Personen die tatsächlich das Handwerk der Fotografie am Bauhaus erlernt.

00:25:01: Das ist vielleicht auch noch ganz interessant ab neunzehundertneunundzwanzig es möglich an Bauhausfotografie zu studieren.

00:25:07: Das Bauhaus ist damit kein Vorreiter.

00:25:09: also es gab schon andere wichtige Kunsthochschulen die Fotografien anbieten was ganz Interessant ist weil der Beruf des Fotografen, der Fotografen tatsächlich auch ein Beruf ist der damals schon vielen Frauen auf dem Stand und auch Rege genutzt wurde.

00:25:25: Ab Ende des Jahrhunderts lassen sich halt immer mehr Frauen zu Fotografinnen ausbilden.

00:25:29: Was erstaunlich früh ist, also wirklich der Beruf der Fotografin war damals schon sehr anerkannt für die Zeit und es natürlich auch im Berufsfeld was viele der jungen Frauen ergriffen haben.

00:25:43: und deswegen fangen auch immer mehr Schulen an.

00:25:45: Also eine der absoluten Vorreiter-Schulen ist der Letteverein in Berlin der schon Ende des Neunzehn Jahrhunderts diese Ausbildung anbietet.

00:25:52: Und dann aber gerade in der Weimarer Bibel gibt es immer mehr Schulen, die halt ebenfalls eine Fotografin in den Ausbildungen anbieten.

00:26:00: Und im Jahr neunundzwanzig kommt auch das Bauhaus dazu.

00:26:03: und nun ist ganz interessant weil letztendlich die Hälfte der fotografierenden Bahnhalt Frauen.

00:26:08: Das ist etwas was damals in der Zeit Nichts Neues war, was aber in der Rezeption unserer Kunstgeschichtsschreibung etwas Neues ist.

00:26:17: Also mir war das total neu, dass damals der Beruf der Fotograferin schon so etabliert war und dass viele Frauen auch diesen Beruf ergriffen haben.

00:26:25: Es ist etwas, was sozusagen in der Geschichtsschreibung ein bisschen untergegangen ist.

00:26:28: Sonst gab es auch wahnsinnig viele tolle Frauenfotografinnen die in der Weimarer Republik sehr erfolgreich waren.

00:26:37: Das ist schon sehr spannend.

00:26:38: Es ist ein Aspekt der Geschichte, der durch die Geschichtsschreibung leider so ein bisschen untergegangen ist.

00:26:43: Ethel Mittagfodor ist eine der jungen Studierenden, die dann bei Walter-Peter-Hans anfangen sich... sozusagen zur Fotografin ausbilden zu lassen.

00:26:53: Gerade im Bereich des Fotojournalismus, der Foto-Journalismus erlebt in den zwanziger Jahren eine große Blüte.

00:26:58: also immer mehr Magazine und Zeitungen benutzen Fotografien um ihre Inhalte zu illustrieren und das ist natürlich auch ein ganz interessantes Berufsfeld für junge Fotografinnen.

00:27:08: Und auch Edelmittagfodor verkauft sozusagen ihre Bilder an Bildagenturen die sich auch in der zeit gründen und ihre Bilder werden dann und Zeitschriften abgedruckt.

00:27:19: Aber auch hier, da haben wir tatsächlich das Problem, dass natürlich im Fotojournalismus es nicht unbedingt üblich war den Namen der Fotografinnen mitabzudrucken.

00:27:27: Und das macht das natürlich auch der Forschung sehr schwer.

00:27:29: Man weiß, dass diese Frauen wahnsinnig viel fotografiert haben aber findet nicht unbedingt den Abdruck in die Zeitschriften selbst weil einfach diese Aufnahmen publiziert wurden ohne den Namen.

00:27:44: Genau, eine Ethel-Mittagfoto ist auch einfach einer unserer spannendsten Fotografenen.

00:27:50: Also wir haben natürlich in der Ausstellung Personen die halt schon ein bisschen bekannter sind und deren Rezeption schon ein wenig fortgeschrittener ist.

00:27:58: Also Florence Henri ist ne bekannte Fotografin.

00:28:01: du Cheamuruli kennen hoffentlich mittlerweile auch viele Menschen.

00:28:05: Marianne Brandt kennen wahrscheinlich auch viele, aber nicht unbedingt als Fotografin.

00:28:09: Genau Gertrud Ahn ist auch seit den siebziger Jahren immer bekannter geworden.

00:28:13: Aber wir haben halt auch wahnsinnig viele Künstlerinnen in unserer Sammlung gefunden die eben noch nicht so bekannt sind und Ate Mittagfotoer.

00:28:20: Die wahnsinnigt tolle Fotografin gehört halt eben dazu.

00:28:24: Und Sie hat eine Witzigen finde ich Porträt oder Aufnahme Ihrer Kommiliton gemacht.

00:28:31: bei einer Aufnahme springt jemand aus dem Bauhaus.

00:28:35: Ich hoffe, es ist jetzt passiert und es gibt da noch ein anderes.

00:28:39: Pärchen finde ich auch ganz zauberhaft.

00:28:42: Ja, also sie hat wirklich ganz ganz tolle Bilder geschaffen.

00:28:46: das Bild was Sie ansprechen ist halt der Sprung von der Terrasse des Bauhauses.

00:28:51: Das ist vielleicht ganz interessant weil natürlich ein beliebtes Motiv der Bauhausfotografe und war wirklich das studentische Leben am Bauhausgebäude selbst.

00:28:59: Also das ist ganz faszinierend weil wir sozusagen durch diese Fotografien so ein bisschen dieses Studierendenleben damals dieses sehr lebendige Kampf Leben sozusagen nachführen können mit all diesen jungen schönen Menschen, die sozusagen in den zwanzig Jahren die Zeit ihres Lebens am Bauhaus hatten.

00:29:17: Und also da ist sie nicht die einzige, die das Bauhaus fotografiert sozusagen aber die Fotografie des Motivs was Sie ansprechen.

00:29:25: wir subsumieren es immer unter dem Begriff Das Leben am Bau Haus und das ist einfach etwas was wirklich dieses Zeitgefühl dieses neue Lebensfreudige des Bauhauses somit am besten zum Ausdruck bringt.

00:29:37: Und ich finde es ganz toll, dass wir diese Fotografien haben einfach auch um zumindest in Teilen diesen Lebensgefühl von damals nachspüren zu können.

00:29:45: Dieses Bauhaus-Lebensgefühl bringen diese Fotos natürlich absolut rüber und zu guter Letzt wollen wir noch über eine Fotografin reden, Elsa Thulstrup und die hat aber nicht am Bauhaus in Dessau gearbeitet richtig?

00:30:03: Das stimmt, das stimmt.

00:30:04: Wir zeigen in der Ausstellung auch Fotografinnen die an der US-amerikanischen Nachfolgeinstitution des Bauhauses studiert haben.

00:30:12: und zwar ist es so dass ja das Bauhaus in Berlin wird neunzehundertdreisig geschlossen.

00:30:17: viele Bauhäuslerinnen müssen emigrieren und ein großer Teil von ihnen geht rüber in die USA.

00:30:24: Und dort gründet sich, das sogenannte New Bauhaus unter dem Direktorat von Lassel Moroni-Nosch, von dem ich schon so viel erzählt habe.

00:30:33: Das ist ganz interessant, weil das New Bau Haus später auch als Institute of Design, School of Design bekannt ist sozusagen die US-amerikanische Nachfolgeinstitutionen des Bauhauses Tatsächlich, wo die Fotografie einfach eine sehr große Rolle spielte.

00:30:49: Also für Las Lomoninos war Fotografier immer Lichtgestaltung und er hat auch immer davon geträumt, eine eigene Lichtwerkstatt einzurichten.

00:30:55: Und am New Bauhaus in Chicago macht der das dann auch.

00:30:58: Dann gibt es die Lichtwerkstadt, wo unter anderem auch Fotografien gelehrt wird Und das ist wirklich ganz faszinierend.

00:31:05: Da kann man auch noch wesentlich mehr erforschen, weil hier halt auch wirklich berühmte Fotografin studiert und gelehrt haben.

00:31:13: Einige der Männer kennt man auch.

00:31:14: Also Nathan Lerner ist zum Beispiel ein bisschen bekannter.

00:31:17: Aaron Seeskind Harry Callaghan Arthur Siegel Aber es gab natürlich auch einige Frauen die dort studiert haben.

00:31:24: Elseth Holzrub ist eine dänische Künstlerin, die Anfang der wir in den U.S.A.

00:31:30: reist um dort am Institute of Design, also dem New Bauhaus zu studieren und sie studiert bei dem Fotografen Aaron Seeskind, der auch ein bisschen bekannter ist.

00:31:40: Und was ganz Interessant ist, wir zeigen halt von anderen Kommilitonen aber auch von ihr Arbeiten wo man Übungsaufgaben aus dem Unterricht sieht.

00:31:49: Also Aaron Seezkind hat sozusagen ganz im Sinne von Las Lomoni noch Aufgaben gestellt, wie zum Beispiel Licht und Schatten oder Reflexion, Transparenz.

00:32:01: Und dann waren die Studierenden angehalten sozusagen dazu Studienarbeiten zu schaffen.

00:32:06: Wir zeigen

00:32:07: z.B.,

00:32:08: in der Ausstellung einige Übungsaufgaben zum Thema Licht- und Schattern und Transparens sind ja auch alles Themen, die wiederum am Bau eine große Rolle gespielt haben.

00:32:18: Liebe Frau Bartels, so zum Schluss noch eine Frage ist das jetzt einer?

00:32:22: Fotografinnen-Ausstellung, ist das eine Fotoausstellung?

00:32:28: Machen Sie uns noch kurz neugierig.

00:32:31: Also für mich ist es vor allen Dingen eine Ausstellung über die Geschichte der modernen Fotografie erzählt aus weiblicher Perspektive am Beispiel des Bauhauses.

00:32:40: Das würde es so am ehesten für mich zusammenfassen, weil einfach die Fotografie gerade in den zwanziger Jahren auch ein mittelweiblicher Selbstermächtigung ist.

00:32:49: Und das muss unbedingt erzählt werden und ich hoffe wir prägen das auch in unserer Ausstellung gut zum

00:32:55: Ausdruck.".

00:32:56: Ich finde dass es gelungen – zu Mai ja schon!

00:32:59: Wir hatten uns schon mehrfach erwähnt, dass Titelbild so eines dieser ungewöhnlichen Bilder einer ganz tollen Fotografen ist.

00:33:06: Vielen Dank Frau Bartels.

00:33:08: Die Ausstellung gibt es noch bis zum vierten Oktober, im Museum für Fotografie in Berlin mit über dreihundert Fotografin.

00:33:19: Vielen Dank fürs Lauschen und bis zum nächsten Mal!

Über diesen Podcast

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